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„Nicht, dass ich’s schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; ich jage ihm aber nach, ob ich’s wohl ergreifen könnte, weil ich von Christus Jesus ergriffen bin.“ Philipper 3, 12
Liebe Glaubensgeschwister und liebe Besucher/innen,
in diesem Wort an die Gemeinde zu Philippi verwendet der Apostel Paulus immerhin dreimal das Wort ‚ergreifen’. Worum geht es ihm dabei?
Er spricht im vorhergehenden Abschnitt darüber, wie wichtig ihm die Erkenntnis Jesu Christi ist. Sie ist für ihn mehr wert als alle Güter dieser Welt. Und diese Erkenntnis Christi – ebenso alles, was damit zusammenhängt – verbürgt ihm, dass er von Gott gerecht gesprochen wird, also das ewige Leben erlangt. Das erfüllt ihn mit (Glaubens-)Zuversicht.
Dreimal spricht er hier vom Ergreifen. Rein sprachlich heißt ergreifen festhalten, nicht mehr los lassen. Wir sagen aber auch, dass wir von etwas ergriffen sein können. Dabei ist nicht unbedingt ans Festhalten gedacht, sondern an ein inneres Bewegtsein, wie wir es etwa bei musikalischen Erlebnissen spüren mögen oder bei einer geistgeleiteten Predigt.
Ich denke, beides gehört zusammen: einmal das bewusste Festhalten dessen, was Gott uns in seinem lieben Sohn Jesus Christus geschenkt hat – Festhalten hier im Sinne der Nebenbedeutung des Wortes Glauben -, zum andern aber auch das innere Erfülltsein von dem, was uns durch Christus vermittelt wird und unserer Seele Ruhe und Kraft vermittelt.
Vergessen wir eins dabei nicht: Ergreifen versteht der Apostel Paulus nicht statisch, sondern dyna-misch: Erkenntnis Christi ist nicht eine „geistliche Immobilie“, sondern ein segenbringender Prozess, bei dem wir von einer Gotteserfahrung zur nächsten gelangen.
Dann sind wir wirklich von Jesus Christus ergriffen. Gott gebe uns dazu seinen Segen!
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